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Kinder sind der Maßstab! 12. Tag des Kinderkrankenhauses: Gesundheitsversorgung von Heranwachsenden muss vorrangig staatliche Aufgabe werden
„Die Gesundheitspolitik muss sich zwingend ändern und die Belange von Kindern und Jugendlichen, insbesondere die kranker Heranwachsender stärker in den Fokus nehmen“, stellt Jochen Scheel, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKinD) zum 12. ‚Tag des Kinderkrankenhauses‘ fest: „Kinder müssen der Maßstab gesundheitspolitischen Handelns werden. Gerade weil wir in den kommenden Jahrzehnten immer weniger Kinder haben werden, müssen wir ein äußerst großes Interesse daran haben, dass alle Kinder und Jugendliche in allen Bereichen gleiche Chancen und optimale Bedingungen erfahren.“ Die Gesundheitsversorgung von Heranwachsenden müsse wie die Bildung eine vorrangig staatliche Aufgabe und daher steuerfinanziert werden. „Gute Präventionsmodelle und ausgeklügelte Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sind die eine Sache, aber auch sie werden nicht völlig verhindern können, dass es nach wir wie vor akut erkrankte sowie zahlreiche chronisch kranke Kinder oder Kinder mit seltenen Krankheitsbildern geben wird. Ein grundsätzlicher Wechsel in der Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen ist daher dringend geboten: weg von der beitragsabhängigen Finanzierung zu einer Finanzierung aus Steuergeldern.“ Kinderkliniken stellten sich seit Jahrzehnten trotz ihrer zunehmend eingeschränkten Ressourcen aktiv und kontinuierlich auf die sich ständig wandelnden medizinischen Fortschritte und gesellschaftlichen Herausforderungen ein, so der GKinD-Vorstandsvorsitzende: „Kinderkliniken erbringen hohe Qualität nicht nur bei der Behandlung von bereits erkrankten Heranwachsenden. Sie benötigen aber noch viel mehr Rückendeckung, insbesondere auch, was die finanzielle Sicherung ihrer Arbeit angeht“. Kinder und Jugendliche und insbesondere kranke Kinder seien keine zu vernachlässigende Randgruppe. Ihre besonderen Belange müssten noch stärker wahrgenommen würden. „Hier muss unbedingt ein Perspektivwechsel einsetzen“, so der GKinD-Vorstandsvorsitzende im Blick auf die nahende Bundestagswahl: “Die Kinder müssen zum Maßstab gesundheitspolitischen Handelns werden!“
Kurzporträt GKinD
Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderkliniken in Deutschland (GKinD) ist ein moderner Trägerverband, in dem leitende Pädiater, Kinderchirurgen und Kinder- und Jugendpsychiater sowie Pflegeleitungen und Verwaltungsleitungen aktiv zusammenarbeiten, um eine fachgerechte flächendeckende stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen sicher zu stellen. Am 21. März 1995 gründete sich GKinD als Nachfolgeorganisation der Arbeitsgemeinschaft der selbständigen Kinderkliniken in Deutschland. Gründungsmitglieder waren zwölf Träger von Kinderkrankenhäusern. Bereits innerhalb von zwei Monaten verdreifachte sich die Zahl der Mitglieder auf 38 Klinik-Träger mit 4.328 Kinderbetten. Am 31.12.2008 waren 169 Träger von 171 Kinderkrankenhäusern und Kinderabteilungen Mitglied der GKinD. Sie verfügten über 12.328 Kinderbetten. Ziel der GKinD ist es seit ihrer Gründung, die Interessen von Kinderkrankenhäusern und Kinderabteilungen in Bezug auf die Versorgung von kranken Neugeborenen, Säuglingen, Kindern und Jugendlichen zu vertreten. Sie will die Koordination und Abstimmung von Aktivitäten der einzelnen Kinderkrankenhäuser und - abteilungen fördern, die Auswirkungen auf Bund- und Landesebene haben und arbeitet eng mit Verbänden, Körperschaften, Fachgesellschaften, Bundes- und Landesbehörden zusammen. Seit 1998 organisiert GKinD anlässlich des UNICEF-Weltkindertages den „Tag des Kinderkrankenhauses“, bei dem die Kinderkliniken sich der Öffentlichkeit mit ihren Leistungen präsentieren, aber die Auswirkungen von gesundheitspolitischen Entwicklungen auf die flächendeckende Versorgung aufzeigen. Am Sonntag, 20. September 2009, findet er zum 12. Mal statt.
Internet: www.gkind.de |